Die Arche Noah und Jesus
Vergebung zwischen den Brettern
Eine Geschichte, die wir unterschätzen
Wir kennen alle die süßen Bilder aus den Kinderbibeln: Giraffen schauen aus der Arche Noah, ein bunter Regenbogen, alles ist gut. Vergessen wir das für einen Moment.
Denn die Geschichte von Noah ist viel mehr. Es geht um ein göttliches Urteil, um eine letzte Chance und um eine einzige Tür, die über Leben und Tod entscheidet. Die Arche war mehr als ein Schiff – sie war eine Festung des Glaubens in einem Ozean des Unglaubens.
1. Mose, Kapitel 6-9 (Auszüge)
Kapitel 6: Als aber die Menschen sich zu mehren begannen auf Erden und ihnen Töchter geboren wurden, sahen die Gottessöhne, wie schön die Töchter der Menschen waren, und nahmen sich zu Frauen, welche sie nur wollten. Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten, denn auch er ist Fleisch. Ich will ihm als Lebenszeit geben hundertzwanzig Jahre. [...] Als aber der HERR sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, da reute es den HERRN, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen, und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis hin zum Vieh und bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln unter dem Himmel; denn es reut mich, dass ich sie gemacht habe. Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN. [...] Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott. [...] Mache dir eine Arche aus Goferholz; Kammern sollst du darin machen und sie mit Pech verpichen von innen und von außen.
Kapitel 7: Und der HERR sprach zu Noah: Geh in die Arche, du und dein ganzes Haus; denn dich habe ich gerecht erfunden vor mir zu dieser Zeit. [...] Und Noah tat alles, was ihm der HERR geboten hatte. [...] Und der HERR schloss hinter ihm zu. Da kam die Flut vierzig Tage lang auf Erden, und die Wasser wuchsen und hoben die Arche auf und trugen sie empor über die Erde.
Kapitel 8: Da gedachte Gott an Noah und an alles wilde Getier und an alles Vieh, das mit ihm in der Arche war, und ließ einen Wind auf Erden kommen, und die Wasser sanken. [...] Und Noah baute dem HERRN einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar.
Kapitel 9: Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde. [...] Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.
1. Ein Bauplan aus dem Himmel
Die Arche war kein Zufallsprodukt. Sie war durchgeplant – von Gott selbst. Sie ist eine der wenigen Strukturen in der Bibel, die nach einem präzisen, von Gott offenbarten Bauplan errichtet wurden. Gott selbst war der Architekt.
Wussten Sie schon?
Das Längen-Breiten-Verhältnis der Arche von 6:1 ist identisch mit dem moderner Tanker. Diese Proportion hat sich als physikalisch optimaler Kompromiss für Stabilität und Ladekapazität erwiesen. Noah konnte das kaum wissen!
Symbolik der Architektur
Die Arche war dreigeschossig, was das altisraelitische Weltbild (Himmel – Erde – Unterwelt) spiegelt und an die dreiteilige Gliederung des Heiligtums erinnert.
Die Arche war mehr als ein Boot. Sie war ein heiliger Raum, ein Ort der Gnade und Bewahrung – so wie das Kreuz, so wie Christus.
2. Eine Tür – und nur eine
Diese riesige Arche hatte genau eine einzige Tür. Kein architektonischer Zufall, sondern göttliche Absicht.
„Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden.“
– Johannes 10,9
3. Vergebung zwischen den Brettern
Das Wort für „Pech“ (hebr. kaphar) bedeutet „bedecken, versöhnen, Sühne leisten“. Es ist dasselbe Wort wie für den Sühnedeckel der Bundeslade.
Die Arche war buchstäblich mit Versöhnung bedeckt. So wie unser Leben durch das Blut und die Gnade von Jesus Christus von der Sünde beschützt ist.
4. Gott schliesst die Tür
„Und der Herr schloss hinter ihm zu“ (1. Mose 7,16). Nicht Noah, sondern Gott selbst hat die Tür geschlossen. Er allein bestimmt Anfang und Ende der Gnadenzeit.
Niemand weiß, wann Gott die Tür schließt. Deshalb: Wenn du seine Stimme hörst – geh heute durch diese Tür. Zögere nicht.
5. Wasser des Todes & Lebens
Für die einen war das Wasser Gericht, für Noah und seine Familie Rettung. Petrus nennt dies ein Vorbild der Taufe (1. Petrus 3,20–21), die den Tod des alten Ichs und die Auferstehung in ein neues Leben symbolisiert.
6. Neuanfang nach dem Sturm
Gott ließ einen Wind (hebr. ruach – auch Geist, Hauch) wehen, ein Akt der Neuschöpfung. Noahs erste Tat war nicht, ein Haus zu bauen, sondern ein Altar. Anbetung entsteht, wo Gnade auf Ehrfurcht trifft.
7. Acht Seelen – Ein Symbol
Acht – die Zahl des Neuanfangs, der Auferstehung. Jesus ist am achten Tag auferstanden. Frühchristliche Taufbecken waren oft achteckig, als Symbol für den Eintritt in das neue Leben mit Christus.
8. Der Bogen in den Wolken
Der Regenbogen ist ein Kriegsbogen, der nicht mehr auf die Erde zielt, sondern in den Himmel. In Jesus hat Gott den Zorn auf sich genommen und einen neuen, ewigen Bund der Gnade geschlossen.
Schluss: Komm in die Arche
„Die Arche war Gottes Rettung für die, die ihm glaubten. Und so ist auch Christus die Arche unserer Seelen... in Christus fehlt nichts zu unserer Rettung.“
– Charles H. Spurgeon
Diese Geschichte ist nicht alt. Sie ist jetzt. Gott ruft noch immer. Jesus ist noch immer die Tür.
Ein Gebet für einen neuen Anfang
Vater im Himmel,
ich komme jetzt zu dir, so wie ich bin. Mit meiner Schuld, meiner Angst und meiner Sehnsucht nach einem neuen Anfang.
Ich bekenne dir, dass ich gesündigt und dich oft ignoriert habe. Vergib mir meine Schuld. Wasch mich rein durch das Blut von Jesus.
Ich danke dir, dass Jesus für mich gestorben und auferstanden ist – für mein neues Leben.
Heute will ich durch die Tür gehen. Ich vertraue dir mein Leben an. Jesus, komm in mein Herz. Sei mein Retter und mein Herr. Ich will dir folgen – heute und in Ewigkeit.
Danke, dass du mich gerettet hast.
Amen.